Die Unterwasserwelt

Faszinierend, abenteuerlich, einzigartig – die Welt am Riff wird Sie in den Bann schlagen. Farben und Formen in allen nur erdenklichen Varianten erwarten Sie hier und übersteigen selbst die kühnste Fantasie

und Vorstellungskraft. Denn wie es sich für das größte Korallenriff der Welt gehört, ist das Great Barrier Reef eines der artenreichsten und vielfältigsten Ökosysteme auf unserem Planeten.

Die Unterwasserwelt am Great Barrier ReefEine Vielzahl von seltenen und hochinteressanten Meerestieren ist nur hier Zuhause. Über 300 verschiedene Korallen- und rund 1.500 Fischspezies harren Ihrer Entdeckung - wie auch sechs der sieben weltweit existierenden Meeresschildkröten.

Jedes Jahr ziehen zudem über 3.000 Buckel- und Zwergwale in die Gewässer des Riffs – ein wahrhaft spektakuläres Ereignis und in seiner Einzigartigkeit nur zu vergleichen mit einer weiteren Attraktion: dem sogenannten „coral spawning“. Bei diesen „Schneestürmen“ unter Wasser stoßen wie auf ein geheimes Kommando alle Korallen gleichzeitig ihre Eizellen und Samen ab, die durch die Meeresströmung verteilt werden und die Fortpflanzung und das Fortbestehen der jeweiligen Art sichern.

Durch den gleichzeitigen Ausstoß verringern die Korallen nämlich die Gefahr durch Fressfeinde. Der genaue Zeitpunkt im November jedes Jahres wird dabei von der Wassertemperatur, der Mondphase und der Tageslänge bestimmt.

Ohne Korallen, fest verankerte und koloniebildende Nesseltiere, wäre zudem das Great Barrier Reef gar nicht erst entstanden – vor allem die Steinkorallen spielen hier eine bedeutsame Rolle. Sie bilden durch die Einlagerung von Kalk immer größer werdende Skelette, wodurch Korallenbänke und schließlich ganze Korallenriffe entstehen, indem das abgestorbene Material fortwährend von lebendigem Gewebe überwuchert wird. Die Einzelskelette sind dabei vielfach verzweigt, während sich an den immer weiter wachsenden Zweigenden die Polypen befinden. Korallen ernähren sich u. a. durch das Herausfiltern von Mikroplankton aus dem Meerwasser, aber auch durch sogenannte Symbioesalgen, die in die Polypenzellen eingelagert werden und die leuchtenden Farben der Koralle hervorrufen. Je nach Art des Planktons ist die Größe der Korallenpolypen sehr unterschiedlich und reicht von Millimeter-Bruchteilen bis zu mehreren Zentimetern.

Sind die Korallen die Baumeister des Riffs, die unermüdlich an seinem Aussehen und seiner Ausdehnung arbeiten, so sind die Clownfische seit dem Film „Nemo“ zu einem Wahrzeichen des Great Barrier Reefs geworden. Durch ihre auffällige orange Farbe und die drei weißen Querstreifen sind sie besonders leicht zu entdecken. Sie zählen zur Gattung der Anemonenfische und leben in enger Symbiose mit Seeanemonen. In deren giftigen Tentakeln, die den Clownfischen selbst aber nichts anhaben können, verstecken sie sich vor ihren Feinden.

Korallen-am-Great-Barrier-ReefWie Nemo und seine Freunde ernähren sich die Rochen ebenfalls von Plankton. Mit einer Spannweite von bis zu sieben Metern ist der Manta-Rochen dabei der größte Vertreter der Familie. Trotz seiner Größe ist er ein elegantes und gelenkiges, aber zugleich ein beeindruckend kräftiges Tier, das fast 1,5 Tonnen schwer werden kann. Die Begegnung unter Wasser wird Sie faszinieren, denn oft tauchen die Rochen wie aus dem Nichts auf und gleiten wie ein riesiges Raumschiff an Ihnen vorbei - immer begleitet von den Remoras, die am Körper der Tiere kleben. Bei Lady Elliot Island am südlichen Great Barrier Reef stehen Ihre Chancen gut, auf Manta-Rochen zu treffen. Speziell in den Wintermonaten halten sich bis zu 350 Exemplare rund um die Insel auf.

Fast die gleichen Farben wie das Riff hat hingegen der Napoleonfisch bzw. die Maori Wrasse: ein helles Grün-Blau. Sogar die Schuppen der freundlichen Zeitgenossen haben Ähnlichkeit mit den sandigen Strukturen des Meeresbodens. Da Maori Wrassen sehr verspielt und neugierig sind, nähern sie sich besonders gerne Tauchern und Schnorchlern, um ausgiebig gestreichelt zu werden. Man kann sie überall im Great Barrier Reef finden – besonders häufig sind sie aber dort anzutreffen, wo sich Menschen aufhalten: am Whitsundays-Archipel, an Riff-Plattformen und bei beliebten Schnorchel- und Tauchspots.

Potato Cod oder ZackenbarschAuch der Potato Cod oder Zackenbarsch wird Sie lieben und schlängelt sich geschmeidig und ohne Eile durch die Gewässer am Great Barrier Reef. Sie erkennen ihn an seinem großen silbernen Körper mit den dunklen farbigen Stichen und Punkten. Die Barsche sind neugierig und kommen Schnorchlern und Tauchern ganz nahe, wobei ihr sich ständig öffnendes und schließendes Maul den Anschein macht, als ob sie sich mit Ihnen unterhalten wollten. Freundlich und gelassen -  wie ein richtiger Queenslander eben!

Elegant und mühelos und mit glatten und stromlinienförmigen Körpern gleiten aber noch ganz andere Tiere durchs Wasser, von deren Anmut Taucher regelmäßig angetan sind: die Haie. Majestätisch, kraftvoll und wachsam schwimmen zum Beispiel die Riffhaie durch die Gewässer und sind meist alleine auf Beutezug. Die häufigsten Arten sind die Weißspitz- und Schwarzspitz-Riffhaie, die selten über 1,50 Meter lang werden und für den Menschen ungefährlich sind. Eine weitere Hai-Art, die Sie am Riff antreffen können, ist der Graue Riffhai, der sogar zwischen 1,5 und 2,5 Meter lang wird.

Keine Angst müssen Sie ebenso vor den Riesenmuscheln haben, die eine der eindrucksvollsten Vertreter der Gruppe der Weichtiere sind und bis zu 1,5 Meter lang und 250kg schwer werden können. Früher wurden Geschichten erzählt, wonach Seefahrer von der Riesenmuschel verschlungen wurden – natürlich alles erfunden! Denn die beeindruckenden Kreaturen, die eine harte Schale und ein weiches, buntes Inneres haben, fressen nur Algen.

Schildkröten am Great Barrier ReefAm Great Barrier Reef leben auch sechs der sieben weltweit bekannten Meeresschildkröten - die Chancen stehen also gut, die putzigen Tiere unter Wasser anzutreffen. So behäbig und langsam sie sich an Land bewegen, so elegant, mühelos und schnell gleiten sie hingegen durch die Gewässer. Schildkröten jagen alleine, aber einmal im Jahr gehen Sie in großer Zahl zusammen an Land, um sich zu paaren und gemeinsam zu nisten.

Für die größten Bewohner der Meere, die Wale, ist das Great Barrier Reef ebenfalls ein perfekter Platz – insbesondere für Buckelwale und ihre jungen Kälber. Die 12 bis 15 Meter langen Tiere stehen seit den 1960er Jahren unter weltweitem Artenschutz.

Jedes Jahr von Juni bis September können Sie die riesigen Meeressäuger beobachten, wie sie zwischen Lady Elliot Island und Cairns ihre mächtigen Körper spielend aus dem Wasser heben, in die Luft springen, um sich anschließend mit etwas Glück ganz nah an ihrem Boot aufzuhalten. Ihre kleineren Artverwandten, die Zwergwale, die eine Körperlänge von sechs bis zehn Metern erreichen, passieren zwischen Juni und August den tropischen Norden von Queensland – auch dies ein unvergessliches Erlebnis!

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